Ein Kompressor von 1939

Ebay Kleinanzeigen, eigentlich ganz praktisch, des längernen war ichschon auf der Suche nach einem vernünftigen Kompressor, also mal kurz getöbert und einen gefunden, das Baujahr egal, er funktionierte ja bis zum Schluß, allerding waren keine Maße dabei gestanden, also alles klar gemacht, ich nehme das Teil und hole es ab. Hänger ausgeliehen und los ging es. In Stuttgart angekommen hat mich dann bald der Schlag getroffen, als ich das riesen Teil sah.

Techn. Daten:
Fabrikat: Heinrich, Leo Gera
Kesselinhalt: 550 Liter
Kessellänge: 1900 mm
Durchmesser: 650 mm
Wandstärke: 7/5 mm

Kopf: SK 30 D (Zweikolbenkopf)
Drehzahl: 485 U/min
Niederdruckzylinder: d= 140 mm
Hochdruckzylinder: d= 70 mm
Hubvolumen: 740 l/min
zulässiger Höchstdruck 14,5 atü

Den Kompressor als ein Stück verladen, war unmöglich, vorsorglich hatte ich einen 2t Motorkran dabei, aber als ganzes, nein das ging nicht. Also Kompressorkopf abgenommen, Öl raus gelassen, Auto Hardtop abgenommen und den Kopf verladen, Hardtop wieder draufgebaut.

Auf der Fahrt nach Hause, habe ich ganz schön geschwitzt, das Teil war sehr schwer und andere Autofahrer schauten mich an als ob ich eine Fliegerbombe herum fahren würde.

Zu Hause dann abladen, sehr grenzwertig aber der Kran hat es geschafft.

Kompressorkessel am Haken

Der Kopf war nicht weniger Schwer, oder sagen wir mal so, ich glaube das war das schwerste am ganzen Kompressor.

Zum besseren Handling, wurde der Kopf auf einer Palette abgesetzt.

Bei dem Kompressorkopf als auch bei dem Kessel, wurden die fünf Schichten Farbe mittels Nadelhammer abgetragen.

Hier der grundierte Kopf mit Schwung und Lüfterrad.


Der fertig lackierte Kompressorkopf, er besitzt eine Niederdruck und eine Hochdruckverdichtung


Der Kessel mit einem Volumen von 550 Litern, ein riesiges Teil, hat aber den Vorteil, hier kann man alle Luftdruckwerkzeuge
vernünftig betreiben, ohne das es zu einem Luftmangel oder Druckabfall kommt.



Der riesige Kompressor Kopf wird auf den Geräteträger gehieft, knifflige Angelegenheit, hier leistet ein 2 Tonnen
Motorkran gute Dienste. Jetzt wird alles gut verschraubt, die Keilriemen aufgelegt und dann der erste Testlauf.

Habe den Druck langsam gesteigert, jetzt meldeten sich mehrere undichte Stellen, also Druck wieder ablassen und
die Stellen abdichten, das Rückschlagventil und das Entlastungsventil bekam ich nicht gleich dicht, das hatte zur Folge,
das nach dem Abschalten, sich die Scheibe an zu drehen anfing, so ein Druck ist dahinter. Jetzt läuft alles vernünftig
und ich kann ihn jetzt beruhigt mit 12,5 bar betreiben, aber Trotzdem ein Mörderteil.

© Ronny Wimmer 2012